ZehnGebote

Wie verhalte ich mich bei einem ersten Date? Was tu ich bei einer unerwarteten Verhaftung? Parkieren verboten! Beim Pinkeln hinsetzen! Rechts gehen, Gefahr sehen.
Sie sind omnipräsent: Regeln und Verbote. Napoleon Bonaparte wagte sie zu brechen, indem er sagte “im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.” Er starb auf St. Helena. Zu viele Regelverstösse hatten ihn dorthin gebracht. Sowohl solche im Krieg als auch in der Liebe. Was will uns das sagen? Wer sich nicht an Regeln hält, ist der Verbannung sicher? Schon möglich. Seien Sie sich jedoch eines gewiss: es gibt weltweit zu wenige Inseln für all die Verstösse, die dauernd passieren.

Nicht ganz so böse – dennoch nicht zu unterschätzen – sind die Kinder von Regel und Verbot. Die Gebote. Sie lassen unserer Denkweise etwas mehr Freiraum. Im Gegensatz zu Regeln bieten sie Grundlage zur Interpretation statt nur zur Diskussion. Und weil Gebote “in” sind, will ich Ihnen hier meine eigenen zehn Gebote des Schreibens nicht vorenthalten (digitalisiert und nicht in Stein gemeisselt, notabene):

  1. Fang an! Du kannst nächtelang in Bars und Kneipen über dein Projekt philosophieren und in Gedanken ein Cover entwerfen. Ein Buch entsteht dadurch noch lange nicht.
  2. Schreib über Dinge, die dir wirklich am Herzen liegen.
  3. Sei kritisch, aber nicht zu selbstkritisch.
  4. Übe dich im Versagen und mach deine Schwächen zu deinen Stärken.
  5. Sei ehrlich. Dir und deinen Texten gegenüber. Wenn du sie schlecht findest, findet sie der Leser sicher nicht besser.
  6. Schäm dich für nichts –  auf dem Papier ist alles erlaubt.
  7. Finde deinen Stil. Schreibe wie du selbst. Wenn du versuchst wie Nabokov zu schreiben, wird es immer mindestens einen geben (der Nabokov heisst), der das besser macht als du.
  8. Liebe die Sprache in der du dich bewegst und schreibst.
  9. Gib nicht auf. Schreibblockaden lösen sich gewöhnlich so nach ein, zwei Jahren. Spätestens nach einem Jahrzehnt. Versprochen.
  10. Und jetzt schreib, verdammt!

Das Gebot aller Gebote? Es gibt keins, ausser jenes, das Sie für sich selbst festlegen. Los! Worauf warten Sie noch? Kein Wort ist vergeudet. Hinterlassen Sie Ihrer Liebsten eine Botschaft auf einem Zettel. Betrachten Sie die Einkaufsliste als unentbehrliche Notiz und werfen Sie sie nicht unbedacht in den Mülleimer. Wer weiss, sie könnte die Grundlage für Ihr nächstes Projekte sein.

 

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